finnland Melanie

Erfahrungsbericht von Melanie zu ihrem Auslandspraktikum in Finnland

Hallo zusammen, mein Name ist Melanie (19) und ich befinde mich derzeit in einer Ausbildung im 2. Lehrjahr zur Technischen Produktdesignerin bei HPT.

Am 28. April 2013 ging es für mich los ins Auslandspraktikum nach Finnland. Total aufgeregt und traurig alleine gehen zu müssen ging es in Sonneberg mit dem Zug los zum Flughafen Frankfurt. Die erste Panne gab es dann bereits in Bamberg. Von dort aus sollte ich den Zug nach Würzburg nehmen und von dort den nach Frankfurt Hauptbahnhof und dann Richtung Flughafen. Leider hat das nicht so gut funktioniert, da der Zug in Bamberg fast eine Stunde Verspätung hatte. Also musste ich dann in Würzburg den ICE direkt zum Flughafen nehmen um den Flug nicht zu verpassen. Am Flughafen dann noch schnell mit dem Shuttle-Bus zum andern Terminal und dann zum Check-In gehetzt, schnell zum Gate und grade noch das Boarding geschafft. Das war eine Tortur! Dann klappte alles ganz reibungslos und ich wurde in Kokkola am Flughafen freundlich von der Koordinatorin Helena Sälli empfangen. Sie fuhr mich auch gleich zum Wohnheim und zeigte mir mein Zimmer, die Stadt und einen Einkaufsladen, der immer geöffnet hat.

Am nächsten Tag ging es auch gleich auf die Arbeit, aber natürlich gab es vorher noch eine Firmenpräsentation und einen Rundgang bei KETEK. In der ersten Woche hatte ich Zeit mich mit dem Programm Rhinoceros vertraut zu machen und bekam auch schon einige einfache Übungen. Am Mittwoch war dann auch schon der erste Feiertag, der 1. Mai, in Finnland „Vappu“ genannt. An diesem Tag setzen alle, die das Abitur gemacht haben, ihre weißen Mützen auf, die sie zum Abschluss erhalten haben. In der zweiten Woche wartete dann nach getaner Arbeit, die aus Zeichnungserstellungen und 3D-Daten-Änderungen bestand, am Donnerstag schon der zweite Feiertag: Himmelfahrt, oder auf Finnisch Helatorstai. Am Freitag durfte ich einen Ausflug nach Rovaniemi machen. Dort ist der offizielle Wohnort des Weihnachtsmannes. Es war sehr interessant dort und ich konnte auch das Arktikum und Pilke besuchen (beides Museen). Abgeholt wurde ich dann von meiner Mitbewohnerin Tuija am Busbahnhof in Kokkola. Mitten in der Nacht musste ich dann noch „Mämmi“ probieren. Diese Spezialität gibt es sonst nur zu Ostern und ich muss sagen, dass es auch einmal im Jahr vollkommen ausreicht, das zu essen.

Dann war eine Woche arbeiten angesagt. Ich habe 15 Zeichnungen erstellt und am Freitag, 17. Mai, war der Kokkola City Run. Also bei 26°C (gefühlte 30°C) in der prallen Sonne 7km laufen. Das war richtig anstrengend und danach sollte es auch noch in die Sauna gehen. Erst dachte ich „Warum soll ich denn in die Sauna, wenn mir sowieso schon warm ist?“, aber dann war das richtig angenehm, kein Wunder, dass die Finnen immer in die Sauna wollen. Weil es am Wochenende dann doch nicht nach Helsinki ging, bin ich am Samstag mit einer neu gewonnenen Freundin aus Bad Lobenstein nach Härmä in den Powerpark gefahren. Es war auch hier super Wetter, davon konnte man zu dieser Zeit in Deutschland wohl nur träumen. Nach viel Spaß und Sonnenschein ging es dann wieder zurück nach Kokkola und der lange Tag war auch schon zu Ende.

Am Sonntag war noch mal Entspannung angesagt bevor es am Pfingstmontag, den gibt es in Finnland nicht, mit Tuija nach Tampere ging. Auf der Zugfahrt wurde zusehends das Wetter schlechter und das einzige was noch gefehlt hätte wäre Regen gewesen. Aber zum Glück blieb uns das erspart. Wir schlenderten also durch die Stadt und fanden dann auch einen Bus zu Särkäniemi. Später stellten wir dann fest, dass wir den Weg auch hätten laufen können. Aber erst haben wir uns in Särkäniemi alles angeschaut. Zuerst haben wir vom Aussichtsturm alles von oben betrachtet und in Finnland gibt es wirklich ALLES mit Angry Birds! Sogar Abteilungen im Freizeitpark! Das ist fast wie mit den Mumins. Aber es weiß ja leider fast niemand, dass das aus Finnland ist und die Finnen deswegen auch sehr stolz sind. Zurück zum Bahnhof ging es dann also zu Fuß und der Weg führte uns an einem internationalen Markt vorbei. Dort gab es Dijon Senf, ungarische Salami und sogar Thüringer Bratwürste. Zurück in Kokkola waren wir dann 22.30 Uhr und es war immer noch hell und wesentlich wärmer als in Tampere, obwohl sich das Wetter gebessert hatte. Noch 4 Tage arbeiten und dann am letzten Arbeitstag habe ich auch noch ein Abschiedsgeschenk bekommen. Eine richtig schöne Tasse von Kokkola, einen Schlüsselanhänger mit dem Leuchtturm von Tankar und ein Kokkola City Run T-Shirt in meiner Größe! Das war eine gelungene Überraschung und der Abschied fiel auch schon nach 4 Wochen ziemlich schwer. Abends gingen wir dann noch ein letztes Mal zusammen an den Strand und genossen die Sonne, bevor es für mich wieder in den Winter ging (Ende Mai!).

Eine kurze 2,5 Stunden Nacht schlafen und dann ab zum Flughafen und wieder in die Heimat. Das waren gelungene 4 Wochen in Finnland und eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte.Wahrscheinlich gehe ich nochmal nach Finnland. Ich sollte aber auf jeden Fall noch einen Ausflug nach Helsinki machen, vielleicht ist ein Flug ja billiger als ein Zug innerhalb Finnlands?

Resümee HPT:

Bei entsprechender Eignung soll für alle HPT-Azubis zukünftig grundsätzlich die Möglichkeit geschaffen werden, auf Wunsch ein mehrwöchiges Auslandspraktikum im zweiten Ausbildungsjahr zu absolvieren. Dies fördert die interkulturelle und sprachliche Kompetenz, die Selbständigkeit, Teamfähigkeit und Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen.